Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Versmold

Taufe – 11 Fragen und Antworten

Was bedeutet die Taufe eigentlich? Wie kann mein Kind getauft werden? Oder ich selbst? Hier finden Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Momentan gibt es Einschränkungen für gottesdienstliche Feiern. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer.

Was bedeutet die Taufe und warum werden Menschen getauft?

Am Anfang steht Gottes Ja zu einem Menschen. Gott schenkt das Leben. Und er lässt sich auf eine lebendige Beziehung zu jedem Menschen ein. So, wie Jesus es versprochen hat: "Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt!"
Die Taufe ist die Antwort darauf. "Ja, Gott, ich möchte mein Leben mit Dir führen." Oder: "Ja, mein Kind soll in eine Beziehung mit Gott hineinwachsen." Und Gott bestätigt in der Taufe sein Ja. Deshalb steht die Taufe am Anfang eines Lebens als Christin oder als Christ.

In welchem Alter wird ein Mensch getauft?

Ein Mensch kann in jedem Alter getauft werden. Häufig entscheiden sich Eltern, ihr Kind im ersten oder zweiten Lebensjahr taufen zu lassen. Gottes Ja gilt schließlich von Geburt an! Andere sagen, ihr Kind soll selbst entscheiden. Dann ist zum Beispiel Konfi³ ein guter Anlass – das erste Jahr der Vorbereitung auf die Konfirmation im dritten Schuljahr. Aber auch als Jugendliche oder als Erwachsener kann man sich für die Taufe entscheiden. Ihr Pfarrer oder ihre Pfarrerin informiert Sie gerne über alle Möglichkeiten.

Was gilt für die Eltern?

Bei der Taufe geht es um den Menschen, der getauft wird. Deshalb kommt es nicht darauf an, welche Konfession die Eltern haben oder ob sie verheiratet sind. Wenn beide Eltern nicht evangelisch sind, muss mindestens ein Pate die evangelische Konfession haben. Die Eltern sollen aber die Taufe ihres Kindes bejahen. Erst ab 14 Jahren kann sich ein Jugendlicher auch ohne die Zustimmung der Eltern für die Taufe entscheiden.

Welche Aufgaben haben die Paten und welche Voraussetzungen müssen sie erfüllen?

Paten begleiten ein Kind von der Taufe bis zur Konfirmation. Damit unterstützen sie die Eltern oder treten gegebenenfalls sogar an deren Stelle.
Bei der Taufe braucht es mindestens eine Patin oder einen Paten. Sie nehmen am Taufgottesdienst teil. Falls eine Patin oder ein Pate bei der Taufe ausnahmsweise nicht persönlich anwesend sein kann, muss die Bereitschaft zur Übernahme des Patenamtes schriftlich erklärt werden. Pate kann werden, wer Mitglied einer christlichen Kirche ist, die die "Magdeburger Erklärung" unterzeichnet hat. In der evangelischen Kirche ist die Konfirmation die Voraussetzung dafür, Pate zu werden.

Wie wird eine Taufe gefeiert?

Eine Taufe wird im Gottesdienst gefeiert, denn mit ihr wird ein Mensch in die Gemeinde aufgenommen. In Versmold bieten wir dazu ganz unterschiedliche Gottesdienste an: den Gemeindegottesdienst am Sonntagmorgen, Gottesdienste im Freien zum Tauffest oder beim Stadtfestival, aber auch kleinere Taufgottesdienste im Kreis der Familien. In jedem Fall steht die Taufe ganz im Zentrum. Sie als Tauffamilie können den Ablauf auch durch eigene Beiträge mitgestalten. Zu jedem Gottesdienst ist die ganze Gemeinde eingeladen.

Wo und wann werden Taufgottesdienste gefeiert?

Taufen gibt es an allen Gottesdienststätten unserer Gemeinde. Bei besonderen Anlässen auch im Freien, zum Beispiel auf dem Kirchplatz oder im Stadtpark. Haustaufen oder Nottaufen sind in besonderen Ausnahmefällen möglich.
In der Petri-Kirche ist in der Regel am vierten Sonntag im Monat um 10 Uhr ein Taufgottesdienst mit der ganzen Gemeinde. Taufgottesdienste im kleineren Kreis können sonntags um 11.30 Uhr gefeiert werden. Wenden Sie sich doch zur genaueren Planung an Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer. Bei denen erfahren Sie auch, wann eine Taufe in den Stadtteilen möglich ist.

Was kostet eine Taufe?

Die Taufe ist ein Gottesgeschenk und kostet keine Gebühren. Unsere Gemeinde schenkt Ihnen auch gerne eine Taufkerze. Sie dürfen aber natürlich auch eine selbst gestaltete Taufkerze mitbringen.

Was ist ein Taufspruch und wie finde ich ihn?

Die Taufe wäre nichts wert ohne Gottes Verheißungen. Deshalb gehört zur Taufe immer auch ein biblischer Vers. Er kann den Täufling ein Leben lang an die Taufe erinnern. Als Tauffamilie können Sie diesen Vers frei auswählen. Nach Themen sortierte Vorschläge finden Sie zum Beispiel hier.

Was muss ich tun, wenn ich mein Kind oder mich selbst taufen lassen möchte?

Bitte wenden Sie sich an Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer. Diese besprechen gerne mit Ihnen alle praktischen Fragen in einem Taufgespräch. Am besten machen Sie sich vorab schon Gedanken, wer das Patenamt übernehmen soll. Die Paten dürfen dann gerne auch beim Taufgespräch dabei sein.

Welche Unterlagen brauche ich?

Unterlagen brauchen Sie nur wenige. Wenn bei der Geburtsurkunde im Familienbuch ein Eintrag der Taufe vorgesehen ist, wird dieser von der Gemeinde vorgenommen. Und wenn ein Pate nicht Mitglied der Kirchengemeinde Versmold ist, braucht er eine Patenamtsbescheinigung von der eigenen Gemeinde. Falls Sie selbst nicht zur Versmolder Gemeinde gehören, brauchen Sie ein so genanntes Dimissoriale. Damit bescheinigt ihre Heimatgemeinde, dass nichts gegen eine Taufe in Versmold spricht.

Gibt es eine Tauferinnerung?

An die Taufe erinnern nicht nur Taufspruch und Taufkerze, die Urkunde und hoffentlich schöne Gedanken. In Versmold feiern wir auch Gottesdienste zur Tauferinnerung – etwa drei Jahre nach der Taufe. Solange erinnert ein Pfand von Ihnen in der Kirche an die Taufe. Zum Beispiel ein selbst gestaltetes Schäfchen. Beim Tauferinnerungsgottesdienst kehrt das dann zu Ihnen zurück.

Weshalb wir taufen

Die elf Jünger gingen nach dem Osterfest nach Galiläa. Sie stiegen auf den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. Als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Aber einige hatten auch Zweifel. Jesus kam zu ihnen und sagte:

Gott hat mir alle Macht gegeben, im Himmel und auf der Erde! Geht nun hin zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern und Jüngerinnen: Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Und lehrt sie, alles zu tun, was ich euch geboten habe. Und seht doch: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt!

Evangelium nach Matthäus 28,16-20

Kontakt

Ihr Pfarrer oder Ihre Pfarrerin berät sie gerne. Zu welchem Pfarrbezirk Sie gehören, erfahren Sie hier.

Quellenhinweis – Grafik: Pfeffer