Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Versmold

Kirchliche Bestattung – 11 Fragen und Antworten

Manchmal steht der Tod am Ende eines langen Sterbens und alle Beteiligten konnten sich miteinander auf den Abschied vorbereiten. Manchmal dagegen kommt der Tod ganz plötzlich und unvorbereitet. Bei dem einen löst der Tod eine tiefe Erschütterung aus. Bei einer anderen ist er eine lange erwartete Erlösung. Wenn der Tod eintritt, haben die Hinterbliebenen zahlreiche Aufgaben zu bewältigen. Hier möchten wir Ihnen Hilfestellungen anbieten.

Momentan gibt es Einschränkungen für gottesdienstliche Feiern. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer.

An wen wende ich mich zuerst, wenn ein Mensch gestorben ist?

Wenn ein Mensch zuhause verstorben ist, benachrichtigen Sie bitte zuerst einen Arzt. Dieser stellt offiziell den Tod fest und einen Totenschein aus. Oft stellen Notärzte nur einen vorläufigen Totenschein aus. Der eigentliche Totenschein wird dann von Ihrem Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst ausgestellt. Wenn der Tod im Krankenhaus oder einem Pflegeheim eintritt, begleitet Sie das dortige Personal.
Sie können sich gerne sofort an Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer wenden. Diese stehen Ihnen dann im Abschied zur Seite. Es ist zum Beispiel auch möglich, zuhause eine geistliche Aussegnung zu gestalten und dem ersten Abschied so eine Form zu geben. Sie können sich aber auch zuerst an den Bestatter Ihrer Wahl wenden. Dieser vermittelt dann den Kontakt mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer.

Wie erreiche ich meine Pfarrerin oder meinen Pfarrer?

Die Kirchengemeinde ist in Seelsorgebezirke aufgeteilt. Zu welchem Bezirk der verstorbene Mensch gehörte und wer die zuständige Seelsorgerin oder der Seelsorger ist, erfahren Sie hier. Pfarrerin Becker ist auch die Seelsorgerin für das Katharina-von-Bora-Haus. Sie können mit den Pfarrerinnen und Pfarrern jederzeit Kontakt aufnehmen. Manchmal erreichen Sie im ersten Moment zwar nur den Anrufbeantworter. Sie werden dann aber nach kurzer Zeit zurückgerufen.

Wie kann eine Aussegnung gestaltet werden? Und von wem?

Wenn ein Mensch verstorben ist, kann in seinem Sterbezimmer oder seiner Wohnung eine Abschiedsandacht gefeiert werden. Sie wird in der Regel von einem Pfarrer oder einer Pfarrerin geleitet. Diese Aufgabe kann aber auch von anderen Gemeindegliedern oder Angehörigen übernommen werden. In Seniorenzentren ist eine solche Feier mittlerweile üblich.
Wünschenswert ist, ein Kreuz aufzustellen und Kerzen zu entzünden. Zur Aussegnung gehören in der Regel ein Friedenswunsch und Bibelwort, ein Gebet, eine biblische Lesung, ein Lied, das Vaterunser und ein Segen. Auch ein persönliches Wort, ein Gespräch oder eine Zeit der Stille können vorkommen. Einen Ablaufvorschlag finden Sie im Evangelischen Gesangbuch auf der Seite 1298.

Entscheide ich mich für eine Bestattung im Sarg oder in der Urne?

In Deutschland gibt es zwei Möglichkeiten der Bestattung: die Erd- oder die Feuerbestattung. Bei einer Erdbestattung wird der Körper des Verstorbenen in einem Sarg in der Erde beigesetzt. Dagegen wird der verstorbene Mensch bei einer Feuerbestattung zunächst mit seinem Sarg eingeäschert ("kremiert"). Die Asche wird dann entweder in einer Urne auf dem Friedhof beigesetzt oder auch in einem Friedwald oder auf See.
Mittlerweile entscheidet sich die Mehrzahl für eine Feuerbestattung. Theologische Einwände dagegen bestehen nicht, da nach christlichem Glauben die Seele nicht durch die Einäscherung berührt ist. Die Entscheidung sollte nicht in erster Linie aus finanziellen Gründen getroffen werden. Letztlich ist sie eine Frage des Gefühls. Dabei ist der Wille des verstorbenen Menschen maßgeblich.

Wie wird eine Trauerfeier vorbereitet und gestaltet?

In einem Trauergespräch bereitet Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer gemeinsam mit Ihnen die Trauerfeier vor. In der Regel findet dieses Gespräch bei Ihnen oder in der Wohnung des verstorbenen Menschen statt. Es kann aber auch im Dienstzimmer geführt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erinnerung an den verstorbenen Menschen und Ihre Situation als Trauernde.
Ein bewährter Ablauf der Trauerfeier gibt Halt im Moment des Abschieds. Der Gottesdienst in der Kapelle beginnt musikalisch, in der Regel mit der Orgel. Es folgen Lieder, Gebete, biblische Texte und ein Segen. In der Regel stellt die Ansprache die Würdigung des Verstorbenen in den Mittelpunkt und verbindet dies mit einer Vergewisserung in der christlichen Hoffnung. Ihre Wünsche oder die des Verstorbenen werden selbstverständlich einbezogen, sowohl hinsichtlich der Musik, der Texte oder des Trauerverses. Wenn Sie es wünschen, sind auch ein persönlicher Beitrag von Ihnen oder ein alternativer Ablauf möglich. Am Grab werden ein Bibelwort, das Vaterunser und ein Segen gesprochen. Jeder kann dann persönlich Abschied nehmen sowie Erde und Blumen ins Grab legen.

Was kostet eine Bestattung?

Die Trauerfeier ist wie jeder Gottesdienst kostenfrei. Für die Bestattung und die Nutzung des Grabes entstehen allerdings Gebühren, die Sie der Übersicht der Nutzungsgebühren entnehmen können. Mit diesen Mitteln wird der Betrieb des Versmolder Friedhofs ermöglicht.

Werden auch Menschen anderer Religionen oder ohne Konfession beigesetzt?

Trägerin des Versmolder Friedhofs an der Berliner Straße ist die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Versmold. Da es sich um einen so genannten Monopolfriedhof handelt, können auch Menschen anderer Konfessionen oder Religionen beigesetzt werden. Das gilt auch für Menschen ohne Konfession. In der Kapelle können entsprechende Trauerfeiern gestaltet werden.

Können Menschen nach einem Suizid kirchlich bestattet werden?

Eine Selbsttötung ist kein Hinderungsgrund für eine kirchliche Bestattung. Oft ist ein Suizid mit besonderer Not auch bei den Angehörigen verbunden. Seelsorgerliche Begleitung ist für die Kirche daher ein Herzensanliegen.

Werden auch fehl- und totgeborene Kinder bestattet?

Der Verlust eines Kindes ist für eine Familie oft eine besonders schmerzhafte Erfahrung. Die Gemeinde möchte Sie in dieser Situation begleiten und Sie unterstützen. Für den Abschied von Ihrem Kind bieten wir eine sensibel gestaltete Trauerfeier an.
Von einer Totgeburt spricht man, wenn das Kind bei seiner Geburt ein Gewicht von mindestens 500 Gramm hatte. Für diese Kinder gibt es eine Bestattungspflicht und sie werden selbstverständlich auf dem Versmolder Friedhof beigesetzt. Bei einem geringeren Gewicht spricht man von einer Fehlgeburt. Für diese Kinder gibt es keine Bestattungspflicht. Auch sie können auf dem Versmolder Friedhof beigesetzt werden. Wenn Eltern das wünschen, bieten wir die "Sternenkinder-Grabstätte" als Ort der Bestattung an. Die Beisetzung auf dieser Grabstätte ist kostenfrei.

Wie kann ich nach einer Bestattung begleitet werden?

Bis zur Bestattung kommen viele Aufgaben auf die Angehörigen zu. Die Bestatter begleiten Sie dabei. Nach der Trauerfeier folgt zumeist ein langer Prozess der Trauer, in der ein Mensch ganz unterschiedliche Gefühle und Gedanken durchlebt. Wenn Sie dies wünschen, begleitet Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer Sie in der Trauer.
Im Sonntagsgottesdienst nach der Beisetzung werden die verstorbenen Gemeindeglieder abgekündigt. Das heißt, ihre Namen werden verlesen und für sie wird gebetet. Am Totensonntag, dem Sonntag vor dem 1. Advent, wird in den Gottesdiensten an alle Verstorbenen des Kirchenjahres erinnert. Ihre Namen werden verlesen und für jeden und jede wird eine Kerze entzündet. Dazu sind Sie als Angehörige herzlich eingeladen. An diesem Tag findet auch ein Gottesdienst auf dem Friedhof statt. In den Seniorenheimen werden in dieser Zeit Erinnerungsgottesdienste gefeiert.

Worin besteht die christliche Hoffnung?

Als Jesus aus Nazareth hingerichtet wurde, waren die ihm Nahestehenden verzweifelt. Aber am Sonntag nach seinem Tod entstand bei Einigen die Gewissheit: Er lebt! Er ist nicht verloren und vergessen. Sondern Gott hat ihn durch den Tod hindurch in ein neues Leben geführt. Damit begann der christliche Glaube, die österliche christliche Hoffnung. Sie besagt: Jesus ist nicht für sich alleine durch den Tod in Gottes neues Leben vorgedrungen. Sondern er hat diesen Weg für alle eröffnet, die sich ihm anvertrauen.
Die Hoffnung auf ein neues Leben nach dem Tod verbindet viele Religionen. Zumeist ist der Zugang in diese neue Lebenswelt jedoch an das Wohlverhalten jedes Einzelnen gebunden: Nur, wer die Regeln der Religion erfüllt, darf auf Erlösung hoffen. Auch der christliche Glaube weiß, dass Gott etwas von seinen Menschen erwartet. Aber der Glaube weiß ebenso, dass kein Mensch Gottes Erwartungen erfüllt. Weder ich, noch irgendein Anderer. Die christliche Hoffnung sagt: Gott schenkt allen Menschen das neue Leben, die sich seinem Sohn Jesus Christus anvertrauen.


Friedhof an der Berliner Straße


Hier geht es zu Informationen zum Friedhof: zu den unterschiedlichen Arten der Gräber, zu Satzungen und Gebühren sowie zur Friedhofsverwaltung.

Kontakt

Die Pfarrerinnen und Pfarrer begleiten Sie in der Trauer und bei der Bestattung. Hier finden Sie den Seelsorgebezirk des Verstorbenen und Ihre zuständige Ansprechperson.

 

 

Am Vorabend seiner Verhaftung sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ich lasse euch nicht wie Waisenkinder allein; ich komme wieder zu euch. Es dauert noch eine kurze Zeit, dann wird die Welt mich nicht mehr sehen. Aber ihr werdet mich dann sehen, und ihr werdet leben, weil ich lebe. Wenn dieser Tag kommt, werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater lebe und dass ihr in mir lebt und ich in euch. (Evangelium nach Johannes 14,18-20)